Was können Unternehmen im Zuge von Klimawandel und Energiekrise zum Thema Nachhaltigkeit im Marketing beitragen? Ein erster Schritt für den Printbereich ist es die Notwendigkeit vieler einzelner Printprodukte ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen. Ist wirklich jedes einzelne Druckerzeugnis notwendig? Kann für einzelne Maßnahmen auf eine digitale Lösung umgestellt oder im Idealfall ein bestehendes Instrument mitgenutzt werden? In einzelnen Fällen bieten sich kombinierte Lösungen an, sofern die Zielgruppe identisch ist. Aber auch die Reduktion der Seitenzahl einer Broschüre sowie der Verzicht auf eine geplante spätere Aktualisierung können einen ersten Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Next Step: Die Auflagenhöhe im Blick behalten

Das günstigste Angebot ist selten die nachhaltigste Alternative. Wer wesentlich höhere Auflagen als notwendig produziert, um Druckkosten zu sparen, plant von vornherein eine größere Entsorgung ein. Auch wenn die vermeidliche Sparmaßnahme der eigenen Budgetplanung schmeicheln mag, verursacht die Entsorgung an anderer Stelle unnötige Kosten und bündelt verschiedene Ressourcen im eigenen Unternehmen. Besser ist eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik.

Prüfen Sie die benötigte Auflagenhöhe mit Ablauf des Produkts erneut und steuern Sie bei Bedarf nach – auch wenn das bedeutet eine geringere Auflage für etwas mehr Budget zu kalkulieren. Die Anpassung der optimalen Auflagenhöhen ist ein Prozess. Eine Punktlandung gibt es. Wenn Sie es allerdings über das Jahr betrachtet von „viel zu viel“ auf „etwas zu viel“ schaffen, haben Sie bereits einen größeren Beitrag geleistet als den standartmäßigen CO2-Ausgleich für das eigene schlechte Gewissen zu zahlen.

Warum Baumpflanzprojekte in der Dritten Welt nicht die Lösung sein können

Über den CO2-Ausgleichs-Euro hinaus ist es speziell in der Start-Up-Branche und für junge Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, fancy geworden Baumpflanzprojekte auf anderen Kontinenten zu unterstützen. Ja, hierunter befinden sich viele gute Projekte. Gleichzeitig werden im Vorfeld aufwendige Recherchen samt Flugreisen betrieben und nicht jedes Pflanzprojekt im Ausland hat auch das Thema Biodiversität im Blick.

Ebenso wie Marketing bereits vor der eigenen Haustür und bei den eigenen Mitarbeiter*innen anfängt, beginnt auch Nachhaltigkeit zu Hause und in der eigenen Region. Warum muss es ein Baumpflanzprojekt in Indien sein, wenn der Thermodruck in Delmenhorst durchläuft?

Für Norddeutschland gibt es zwei entscheidende Brennpunkte: der Harzwald und die Niedersächsischen Moore. Es gibt viele nachhaltige Projekte in der eigenen Region, die weder Flugreisen noch Autofahrten benötigen, um sich vom Zustand der Natur zu überzeugen. Da die Moore in Niedersachsen zu den wichtigsten C02-Speichern in Deutschland gehören, unterstütze ich als Freiberuflerin gemessen an meinem jährlichen Gewinn den Moorschutz mit einem entsprechenden privaten Beitrag.